Malaysia

In den Cameron Highlands ist es kühl, der Regenwald steht dicht und lässt einen nur schwer passieren. Manche Abhänge geht es nur mit Hilfe von Wurzeln und Lianen hinab oder hinauf. Bäche müssen durchquert werden und steile, schmale Pfade schlängeln sich durch den verzweigten Dschungel. Die grünen Hänge außerhalb des Waldes sind derweil von Teeplantagen gesäumt.

Cameron Highlands
Cameron Highlands
Perhentian Island
Perhentian Island

Auf den Perhentian Islands herrscht ein anderes Malaysia. Die Inseln erreicht man nur mit klapprigen Booten, die über das Wasser schnellen. Das Meer wechselt seine Farbe von schmutzig braun zu paradiesisch blau. Die Sandstrände sind weiß, die Sonne scheint, der Regenwald bedeckt fast die ganzen Inseln. Mit dem Kanu geht es an entlegenen Buchten vorbei, an großen Felsen und dichtem Urwald. Am äußersten Teil der Insel findet sich nur noch der weite Ozean. Die Wellen werden stärker, die Abenteuerlust größer. Man watet durch das klare Wasser, zieht das Kanu an Land und steht auf einmal in einer entschleunigten Welt. Mit Taucherbrille und Schnorchel stürzt man sich schon in das korallenreiche Meer, während das Paddel noch wackelnd auf dem Kanu liegt. Unter Wasser taucht eine farbenfrohe und fast schon fantastische Landschaft vor einem auf. Korallen, Anemonen, Clownsfische, Seegurken und die Pracht der zahlreichen anderen großen, kleinen, leuchtenden und getigerten Fische. Taucht man ein wenig weiter hinaus, wo es auf einmal karg wird und nur noch abgestorbene Korallen auf dem Meeresboden liegen, wo es dunkler wird und auch viel leiser, fühlt man sich plötzlich den Gewalten ausgeliefert. Vielleicht auch dem Hai, der von hinten an einem vorbei schwimmt. Es ist nur ein kleiner, aber er hat diese faszinierende Eleganz, die sich um seine Mythen und Legenden auftut.

Perhentian Island
Perhentian Island
Perhentian Island
Perhentian Island
Perhentian Island
Perhentian Island

Die Halbinsel Penang ist bekannt für die Streetart Georgetowns, hat aber so viel mehr zu bieten, wenn man erst einmal den Verkehr der Straßen hinter sich gelassen hat. Man findet sich in Wäldern wieder, auf Hügeln mit Blick über die Halbinsel und vor neugierigen Affen, die einem ein ums andere Mal über den Weg laufen. Es gibt weiße Sandstrände und dichten Regenwald. Für eine kurze Zeit kann man dem Trubel der Großstadt entgehen.

Penang
Penang

Und dann ist da Georgetown mit seiner Altstadt, den kleinen Cafés und Läden. Die Fassaden sind alt, bröckeln. Von den Fensterläden blättert die Farbe ab, sofern sie noch vorhanden ist. In den kleinen Gassen taucht immer wieder Streetart auf und macht damit den ganzen Charme des historischen Zentrums perfekt. Man kann hier verweilen.

Georgetown
Georgetown
Georgetown
Georgetown
Georgetown
Georgetown

Aber es ist eben auch nicht mehr als eine andere Stadt, wenn auch viel interessanter. Früher oder später kommt der Zeitpunkt, an dem man wieder raus muss in die Natur, an Seen und Wasserfälle, an Strände und in den Dschungel. Für all das bietet Penang Raum.

Penang
Penang

Trotz allem hat es auch Malaysia nicht schaffen können mich als Reisenden in Südostasien zu halten, weil sich alles irgendwie nicht ehrlich anfühlt. Fast schon scheinheilig versucht man sich als Retter von Umwelt und Tieren darzustellen, während sich Müll in den Gassen stapelt und Affen an Leinen gehalten werden. Man kann sich nicht einfach in der Natur verlieren. Die Menschen waren auffallend unfreundlich. Nicht alle, aber viele. Da war es umso schöner, dass es diesen einen Menschen gab, der all dies mit ertragen hat. Danke Ellen! ♡ Wie wäre ich nach den tiefen Korallenschnittwunden, scharfen Fischbissen, Kanuunfällen und Haibegegnungen nur ohne dich weiter gekommen, im dichten Dschungel und auf dem weiten Ozean?! ;)

©️Kuno 08/2017

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Kommentare: 0

#1 Stefan

Du beschreibst die Natur so schön, als ob ich selbst Malaysia besucht habe. Ich bewundere dein Talent!

KUNO

Vielen Dank :)