Neuseeland

Es ging nicht. Es war einfach nicht möglich in Wörter zu fassen. Nichts von alle dem. Also sind es nur Gedanken geworden. Einer nach dem anderen und manchmal alle zugleich.

Cape Reinga
Cape Reinga
Cape Reinga
Cape Reinga
Paihia
Paihia
Coromandel
Coromandel

Der Winter zieht gerade ab. Die Winde sind stark, eisig. Vereinzelt treiben Knospen unter dem schwer bedeckten Himmel. Nebel und Regen verklären die Sicht. Der Horizont ist irgendwo in der Ferne. Dann reist der Himmel auf. Die Sonne taucht die Erde in Licht und lange Schatten. Das Moos leuchtet unter der goldenen Dämmerung. Tautropfen rinnen an tausend Jahre alten Bäume herab. Dann nimmt der Himmel wieder sein Wolkengewand an. Es regnet, ist dunkel.

Red Wood Forest
Red Wood Forest
Red Wood Forest
Red Wood Forest
Red Wood Forest
Red Wood Forest
Rotorua
Rotorua

Ozeane stoßen aufeinander, Gipfel in den Himmel. Man dreht sich voller Wunder mitten in der Nacht um die eigene Achse, die Welt um ihre. Über einem leuchten hunderte Sterne oder Glühwürmchen, die ihren Frieden suchen während man sich selbst verloren fühlt. Gletscher verschwinden, der Schnee taut. Tausend Jahre alte Bäume tragen den Schmerz und Stolz der Zeit. Lämmchen toben auf den Wiesen und grünen Hügeln. Wildgänse fliegen über das glitzernde Blau der Seen. Der Wind heult durch die Gebirge und die Tannen geben sich ihm hin. Man ist frei und ausgeliefert, erkennt auf einmal wie laut die Stille ist.

New Plymouth
New Plymouth
New Plymouth
New Plymouth
New Plymouth
New Plymouth
Egmont National Park
Egmont National Park

Der Wind weht durch das hohe Gras, das sich ihm beugt. Es raschelt überall. Mal laut, mal leise. Der Wind trägt Mythen und die Wellen Legenden.

Tongariro National Park
Tongariro National Park
Tongariro National Park
Tongariro National Park
Picton
Picton
Pelorus Bridge
Pelorus Bridge


Der Nebel fällt in Schleiern hinab. Die Sicht verklärt sich und man ist gefangen in einer Mystik, die kein Ende kennt. Man hört das Wasser rauschen und fallen, die Gletscher krachen und den Gesang der Vögel verstummen.

Franz Josef Gletscher
Franz Josef Gletscher
Franz Josef
Franz Josef
Pancake Rocks
Pancake Rocks
Glowworm Dell Hokitika
Glowworm Dell Hokitika

Man verliert den Halt auf Felsen, steckt knöcheltief im Schlamm. Es hagelt, der Wind peitscht auf den Bergkämmen. Das Gletscherwasser sickert eiskalt bis auf die Haut. Steinplatten wackeln, der Abgrund tut sich auf. Lawinen rollen die Berge hinab. Steinbrocken versperren den Weg. Flüsse reißen die Massen mit. Der Himmel ist schwarz und dann tut er sich auf einmal auf. Die Bäume und Berge glänzen golden, als wären sie in diesem Moment nicht irdisch. Auf den Gipfeln liegen Schneeschleier und friedvolle Ruhe.

Hawea See
Hawea See
Wanaka Tree
Wanaka Tree
Isthmus Peak
Isthmus Peak
Isthmus Peak
Isthmus Peak

Die ersten Knospen des Frühlings sprießen und bringen ein helles, lebendiges Grün zurück. Hasen hoppeln zwischen den Büschen und auf den Wiesen umher. Wekas kommen aus dem Unterholz hervor gestakst. Keas entfalten ihre Schwingen und fliegen in prachtvollen Farben um die Berge. Ein Land erwacht aus seinem Winterschlaf.

Ben Lomond
Ben Lomond
Ben Lomond
Ben Lomond
Southern Alps
Southern Alps
Southern Alps
Southern Alps

Klirrend singt die Kälte von glasklaren Kristallen und wolkenlosen Horizonten. Auf den Gipfeln dieser Welt sieht man hinab auf wilde Böcke und hinauf zu den Schwingen der Könige der Lüfte. Ihnen gehört die Weite während man selbst voller Demut und unbedeutsam da steht. In der Ferne rollt eine Lawine den Berghang hinunter. Der Schnee wirbelt noch lange in der Luft, als der grollende Lärm schon längst sein Ende gefunden hat.

Mt. Cook
Mt. Cook
Red Tarns
Red Tarns
Sealy Tarns
Sealy Tarns
Sealy Tarns
Sealy Tarns

Dann taucht der Vollmond über dem Gebirge auf und mit ihm die helle Nacht, die so viele Möglichkeiten hat. Der Wind donnert um die Hütten und raubt dem Schlaf die Sekunden. Es ist, als würde eine Pauke im Takt schlagen: eins, zwei. Eins, zwei. Irgendetwas erhebt sich zwischen den langen Schatten. Am Morgen ist jeder Schauder vergangen. Der Horizont glüht voll himmlischer Farben. Im Hintergrund schwebt das Gedenken an Sir Edmund Hillary (neuseeländischer Bergsteiger, Erstbesteigung des Mt. Everest): "My tiredness meant nothing; for me it had been a day of triumph." Also geht man weiter, steigt höher hinauf und überblickt die Weite, die Ferne, das Unfassbare und Große und verliert sich in alle dem.

Unter einem sind die Wolken, über einem thront der Mond. Die Bergkämme ragen aus der Decke aus Weiß und ihre Gipfel ragen schneebedeckt hervor. Die Wolken lichten sich, die Dämmerung zieht ein, der Mond spiegelt sich in den Seen dort unten auf Erden während man selbst in den Lüften ist und das Land im Guten verlässt. Es ist ein Abschied, der schwer liegt. Einer, der für eine Zeit lang bestehen werden muss.

© Kuno 10/2017

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